Die Geschichte Der Grillkota

Grillkotas werden in Deutschland immer beliebter. Denn das Land der Grillmeister hat nun einen Weg gefunden, dass auch in der Winterzeit oder an regnerischen Tagen dem Grillspaß nichts mehr im Wege steht. Grillkotas kommen ursprünglich aus Finnland, doch ihre Geschichte reicht weit zurück.

Speziell in Lappland fanden Grillkotas ihren Einsatz. Dabei handelte es sich um sehr einfache Hütten, die Bewohnern bei ihren ReisenUnterschlupf vor Unwettern, Regen und Schnee baten. Schon damals war die Feuerstelle in der Mitte der Grillhütte angebracht. Am Dach befand sich eine Öffnung, die mittels Schornstein konzipiert war. Durch diese Öffnung konnte der entstehende Rauch und Qualm bei Grillen entweichen. Die ersten Grillhütten in Lappland waren lediglich in Erdhügel eingebrachte Aushöhlungen, die mittels Felle geschützt waren. Erst später wurden die Grillkotas mit Hilfe von Holz errichtet und widerstandsfähiger gemacht. Grillkotas wurden in Finnland immer beliebter. Immer häufiger wurden diese in Gärten aufgestellt, um das Flair des Grillens auch an kalten Tagen uneingeschränkt nutzen zu können. Erst 1985 kamen die ersten fertigen Bausätze auf den Markt. Davor wurden Grillkotas nach eigenen Bauplänen aufgestellt und konzipiert.

Warum der Name Grillkota?

Variationen der GrillkotaKota geht auf einen alten skandinavischen Wortstamm zurück. Der Begriff „Kata“ wird in Skandinavien Kota ausgesprochen. In Schweden und Norwegen wird das „A“ in diesem Fall als „O“ ausgesprochen. Die Schweden und Norweger bezeichneten die traditionellen Behausungen der Samen als sogenannte Kata. Wird dieses Wort ins Deutsche übersetzt, bedeutet es „Samenhütte„.

Die ursprünglichen Katas wiesen einen Durchmesser von etwa fünf bis acht Metern auf, wobei die Grundfläche etwa 20 bis 50 Quadratmeter ergab. Im Gegensatz zu heute, wo große Grillkotas bereits mit 20 Quadratmetern bemessen werden, gab es bereits hier einen Unterschied zu vermerken. Allerdings wurden die damaligen Katas nicht nur zum gemütlichen Beisammensitzen im Kreise der Familie oder Freunde verwendet, sondern ganze Gemeinschaften fanden ihren Platz darin.

Den damaligen Katas war die offene Feuerstelle gemein, welche sich meist in der Mitte befand. Hier wurde sich auch bei den neuen Ausführungen an die ursprüngliche Bauweise gehalten. Die Grillstelle wurde zumeist aus Steinen gebildet, was ebenfalls an die heutigen Grillkotas erinnert. In der Mitte der ursprünglichen Katas war ein Loch in der Decke, damit der entstandene Rauch ungehindert entweichen konnte. Wird sich die ursprüngliche Bauweise der Katas vor Augen gehalten, fällt auf, dass auch die modernen Grillkotas sich stark daran orientieren.

Der Boden wurde einst mit gestampfter Erde versehen, um dem Ganzen eine gewisse Festigkeit verleihen zu können. Damit die kalte Luft aus dem Erdreich ein wenig absorbiert wird, wurden zudem Birkenreiser und Rentierfelle aufgelegt. Sitzgelegenheiten gab es in den Katas zumeist nicht. Die Menschen versammelten sich um die Feuerstellen und schliefen zumeist am Boden auf ihren Fellen ein. Sitzgelegenheiten wurden vor allem deswegen bei den Katas nicht in Betracht gezogen, da damit auch wichtiger Platz verloren gegangen wäre. Während sich die Menschen lediglich auf den Boden setzten und legten, wäre durch Stühle und Tische wertvoller Platz verschwendet worden.

Später dienten Katas nicht nur als vorübergehende Unterkunft, sondern wurden als fester Wohnsitz genutzt. Nun lebten nicht nur Menschen, sondern auch Tiere in den Katas und für Einrichtung wurde gesorgt. Möbel bestanden zumeist aus Kisten, damit Dinge verstaut werden konnten. An den Decken wurde zumeist der Hausrat befestigt. Die Grillstelle in der Mitte blieb weiterhin bestehen. Allerdings wurde aufgrund des festen Wohnsitzes für bessere Isolierung gesorgt. Dächer wurden abgedeckt, Wände wurden mit Reisig versehen. So stellten die Katas nach und nach eine sichere und vor Umwelteinflüssen geschützte Behausung dar.

Die Holkatas

Neben den herkömmlichen Katas gab es in Lappland auch die Holzkatas, die bis zu den Rentiernomanden im nordwestlichen Russlandreichten. Bei den Holzkatas gab es zumeist Unterschiede bei der Form, denn diese erinnerten oftmals an Pyramiden, die ein wenig abgeflacht sind. Die Holzkatas wiesen entweder eine vier-, sechs- oder achteckige Grundform auf. Bereits bei diesen Katas wurde Kiefer als Holz der Wahl eingesetzt. Die Rentiernomanden und alle anderen, die diese Holzkatas nutzten, wussten bereits damals, dass vor allem Kiefernholz sehr massiv und widerstandsfähig ist.

Negative Aspekte

Katas haben auch einen negativen Touch. In Schweden war es den Samen im 19. und frühen 20. Jahrhundert in einigen Gebieten verboten, dass Katas in rechteckiger Form gebaut oder aufgestellt wurden. Dieses Verbot beruhte auf einer darwinistischen Denkweise, bei der es den Naturvölkern untersagt wurde, dass sie die Bauweisen des „Herrenvolkes“ ebenfalls anwenden. Zu dieser Zeit bestand der Glaube, dass die Samen einer unterentwickelten Menschengruppe zuzuordnen sei. Das ist auch der Grund weswegen die meisten Grillkotas auch heute meist eine sechs- oder achteckige Form aufweisen.